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Das Sternzeichen (Es heißt auch Sonnenzeichen oder Tierkreiszeichen) bezieht
sich auf die kalendarische Zeitspanne, in der man geboren wurde:
Wer zwischen dem 21. März und dem 20. April auf die Welt kommt, ist ein
Widder. Danach ist man Stier. Und so geht es weiter bis zur Spanne
20. Februar bis 20. März: Wer hier auf die Welt kommt, ist ein Fisch.
Aber wie ist das nun mit dem Aszendenten? In aller Regel ist dieser ein ganz
anderes “Sternzeichen”. Zum Sternzeichen Löwe kann sich als
Aszendent beispielsweise eine Jungfrau oder Waage, ein Wassermann oder
Steinbock gesellen und zum Sternzeichen Wassermann vielleicht ein Widder,
ein Krebs oder Zwillinge. Okay, sagt sich der Entdecker: Es gibt eben zwei
Persönlichkeitsteile oder Charakterzüge, die zu mir gehören.
Ich bin eben dieses und jenes, ein Wassermann und ein Löwe, eine Waage und
eine Jungfrau. Aber was ist jetzt das eine und was das andere?
Ist mein Sternzeichen wichtiger oder mein Aszendent? Oder ist womöglich
beides gleich wichtig? Oder ist es wiederum so, dass ich vielleicht
zu bestimmten Zeiten meines Lebens eher das Sternzeichen und zu anderen
eher mein Aszendent bin? Unser Suchender wird also fragen und in aller
Regel so viele Antworten bekommen, wie er Fragen stellt.
Das ist der Stand der Dinge. Man geht mit dem Begriff Aszendent um, man
verwendet ihn, aber eigentlich weiß man nicht genau, worum es sich dabei handelt.
Die “technische” Seite des Aszendenten
Die Erde dreht sich um die eigene Achse, und zwar in ziemlich genau 24
Stunden einmal.
In Abbildung 1
befindet sich die Sonne im Löwezeichen. Die Erde
wurde zur Horizontlinie stilisiert, die sich von Ost nach West erstreckt.
Da die Sonne über der Horizontlinie steht, ist oberhalb der Horizontlinie
Tag, unterhalb Nacht. Verlängert man diese Linie in den Raum bis zum
Himmel der Sterne, schneidet sie sich sowohl im Osten als auch im Westen
mit jeweils einem Tierkreiszeichen schneiden. In Abbildung 1 wäre das im
Osten die Pfeilspitze des Schützezeichens und im Westen das Zwillingezeichen.
Genauso lässt sich sagen, die Pfeilspitze des Schützezeichens schiebt
sich im Osten gerade über den östlichen Horizont und wird in den nächsten
zwei Stunden ganz über dem Horizont stehen, während das Zwilingezeichen dann
ganz verschwunden sein wird.
Circa 6 Stunden später haben wir eine Situation wie in Abbildung 2
.
Die Erde hat sich um ein Viertel einer vollen Umdrehung weitergedreht.
Ein Beobachter würde das natürlich so nicht wahrnehmen, sondern erleben,
dass sich der Himmel von Osten gen Süden und dann weiter nach Westen dreht.
Das Zeichen, das im ersten Bild im Osten aufging, der Schütze, befindet
sich jetzt hoch am Himmel im Süden. Dafür schiebt sich gerade das Sternbild
Fische über
den Horizont. Die Sonne ist natürlich ebenfalls (scheinbar!) weitergewandert
und steht jetzt unterhalb der Horizontlinie, weswegen es auf der oberen Erdhälfte
Nacht geworden ist.
Da der astrologische Tierkreis aus 12 Zeichen besteht und ein Tag 24 Stunden
dauert, lässt sich schließen, dass ungefähr alle zwei Stunden ein neues
Zeichen im Osten aufgeht. (Damit nicht exakt nach 24 Stunden immer das
gleiche Zeichen am Himmel aufgeht, hat die Schöpfung eine kleine Abweichung
eingebaut:
Die Erde dreht sich in 24 Stunden ein kleines Stück weiter als exakt einmal
um die eigene Achse. Das führt dazu, dass übers Jahr zum gleichen Zeitpunkt
und am
selben Ort nach und nach alle 12 Sternzeichen aufsteigen.
Die Bedeutung liegt in dem Wort “aufgehen”. Das Wort “Aszendent” hat seine
Wurzeln im Lateinischen: ascendere heißt hinaufsteigen, sich erheben.
Der Aszendent ist das Tierkreiszeichen, das (aus der Sicht der Astrologie)
am Horizont gerade hinaufsteigt, also aufgeht. In diesem “Aufgehen” liegt die
eigentliche Bedeutung des Aszendenten: Das Sternzeichen, das Aszendent ist,
will im Leben aufgehen. Es ist eine Kraft, die drängt, die aus dem Dunkeln
der
Nacht in das Helle des Tages aufsteigen will. Sie will die Erde verlassen
und den Himmel berühren.
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